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Was ist Linux? - Zack - 23.07.2019

1. Was ist Linux?
2. Was ist eine Distribution
3. Was kann ich mit Linux machen?
4. Was kostet Linux?
4.1. Open Source - Closed Source Software
5. Ist es schwer Linux zu bedienen?
6. Gibt es Linux eigentlich nur für PC und Notebook?
7. Was sind Live-CDs / Live-Systeme?
8. Ist Linux sicher?
9. Kann man mit Linux auch spielen?
10. Kann Linux auf jedem PC installiert werden und wie geht das?
11. Ich möchte nicht partitionieren, wie kann ich Linux sonst noch testen?
12. Kann man Linux auch neben Windows installieren?
13. Gibt es schon mit Linux vorkonfigurierte Rechner?
14. Was sind KDE, Gnome und Xfce?


1. Was ist Linux?
Mit dem Begriff Linux bezeichnet man ein freies Betriebssystem, genauer gesagt den Kernel. Dieser Kernel wurde 1991 von Linus Torvalds entwickelt und unter der GNU General PublicLicense – kurz GPL – veröffentlicht.
Frei bedeutet in diesem Zusammenhang allerdings nicht nur kostenlos, sondern bezieht sich auf die GPL, die wiederum die uneingeschränkte Nutzung, das Kopieren und Verteilen sowie das Verändern von Software ausdrücklich erlaubt. Dazu muss aber sichergestellt sein, dass der Quellcode, eines Programms, jedermann frei zugänglich ist. Dieser Code kann dann auch von von jedem verändert/bearbeitet werden, wenn der bearbeitete Code, unter den Auflagen der GPL, wieder veröffentlicht wird.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernel_(Betriebssystem)
https://de.wikipedia.org/wiki/Linux
https://de.wikipedia.org/wiki/GNU_General_Public_License


2. Was ist eine Distribution?
Mit einer Distribution ist eigentlich eine bestimmte Zusammenstellung verschiedener Software-Pakete gemeint, in diesem Fall steht Distribution jedoch für die verschiedenen Versionen der Linux-Betriebssysteme. Es gibt viele verschiedene Distributionen, von A wie Absolute bis Z wie Zenwalk.
Die bekanntesten sind, in alphabetischer Reihenfolge, Debian, Fedora, Mandriva, openSUSE sowie Ubuntu.

Distribution (Wikipedia)
Liste der Linux-Distributionen (Wikipedia)
Grafische Darstellung der Distributionen (linuxhelp.blogspot.com)


3. Was kann ich mit Linux machen?
Mit einer Linux-Distribution (nachfolgend kurz Linux genannt) hat man vergleichbare Möglichkeiten am PC zu arbeiten, wie mit einem Windows-Betriebssystem. Dazu gehören neben den Officeanwendungen (das bekannte OpenOffice gehört zu fast jedem Linux) auch Bildbearbeitungs- , Multimedia- sowie Internetprogramme.


4. Was kostet Linux?
Linux ist kostenlos zum Download erhältlich, es fallen dann nur die Kosten für den Internetzugang, sowie für den/die benötigten CD/DVD-Rohlinge an. Die Downloadversionen enthalten nur Open Source Software. Bei diesen Versionen hat man keinen Anspruch auf Support.

Beim Erwerb einer Box-Versionen erhält man neben der CD/DVD auch ein gedrucktes Handbuch und einen zeitlich begrenzten Support. Zusätzlich enthält die Box-Version auch die sogenannte proprietäre Software, die nicht unter die GPL fällt, wie z.B. Grafikkartentreiber.

Einige Computermagazine legen ihren Zeitschriften auch Linux-Distributionen bei. Diese entsprechen entsprechen meist der Downloadversion, manchmal sind aber auch einzelne Programme verändert. Auch hier ergibt sich kein Anspruch auf Support.

Selbst mit der kostenlosen Download-Variante erhält man, dank der Open Source Software, ein vollwertiges Betriebssystem, das auch ohne Erweiterungen und hohe Closed Source-Lizenzgebühren auskommt.


4.a Open Source – Closed Source Software
Unter Open Source Software versteht man Software, deren Quellcode offen gelegt wurde und die beliebig oft kopiert, genutzt, verändert und in veränderter Form dann auch weitergegeben werden darf, ohne das Lizenzgebühren anfallen.
Bei der Closed Source Software ist der Quelltext hingegen nicht offen gelegt, darf also auch nicht ohne weiteres verändert oder kopiert werden. Außerdem fallen hierbei oft Lizenzgebühren an. Windows-Betriebssysteme sind ein Beispiel für Closed Source Software.


5. Ist Linux schwer zu bedienen?
Eine Linux-Distribution ist nicht schwerer zu bedienen als z.B. eine Windows-Version. Allerdings ist die Handhabung etwas anders. Das heutige, moderne Linux besitzt, genau wie Windows, eine GUI ((Graphical User Interface) Grafische Benutzeroberfläche). Das heißt, dass alle Programme mit der Maus gesteuert werden können.Was einem Windows-Nutzer den Umstieg erleichtert.
Die berühmte Linux-Konsole ist auch noch vorhanden. Durch kurze Befehlseingaben mittels Konsole lassen sich viele Arbeitsschritte meist schneller bewerkstelligen als per Mausklick.

Jedes Linux verfügt über eine Hilfedatei, die sogenannten Man-Pages. Diese Man-Pages sind, je nach Übersetzungsstand, meist noch in Englisch. Außerdem gibt es im Internet zu jeder Distribution eine Communityoder ein Forum, in dem man Hilfe erfahren kann.


6. Gibt es Linux eigentlich nur für PC und Notebook?
Linux ist in vielen Bereichen vorhanden. Neben PC und Notebook, sind in erster Linie die Linux-Server zu nennen. In diesen Bereich sind auch verschiedene Anbieter tätig. Z.B. Red Hat, SUSE Linux, Ubuntu und weitere.
Darüber hinaus gibt es Linux auch in PDA, Handy, MP3-Player und Navigationssystemen. Sogar in Waschmaschinen und Videorekorder. Auch in der Fritz Box verrichtet ein Linux seinen Dienst. Es kann sein, das man sein Frühstücksbrötchen an einer Kasse bezahlt, in der ein Linux werkelt. Dieser Bereich nennt sich ‘Embedded Linux‘ (eingebettetes Linux). https://de.wikipedia.org/wiki/Embedded_Linux


7. Was sind Live-CDs / Live-Systeme?
Mit einer Live-CD kann man nicht nur eine Linux-Distribution ohne Installation testen, sondern auch ausprobieren, ob die vorhandene Hardware von Linux angesprochen wird.

Live-Systeme greifen lediglich auf den RAM zurück und können so auch keine Daten oder Konfigurationen speichern. Diese müssten dann, bei Bedarf, auf externen Speichermedien, wie USB-Sticks oder CD, gesichert werden.
Live-Systeme eignen sich außerdem hervorragend zur Fehleranalyse installierter Systeme, zur Datenrettung oder einfach zum sicheren Surfen im Internet.


8. Ist Linux sicher?
Linux ist ein Mehr-Benutzer-System, bei dem nur der Administrator (root) volle Zugriffsrechte hat, um z.B. Software zu installieren oder Hardware zu konfigurieren. Jeder Benutzer erhält nur so viele Zugriffsrechte, wie ihm der root zuteilt. Da standardmäßig nur ein Benutzer, nicht der root, am System arbeitet, kann ein Virus nicht so viel Schaden anrichten, da er aufgrund fehlender Rechte nicht auf die Systemdateien zugreifen kann.

Die Zahl der Viren ist bei Linux auch recht gering, für Normalanwender praktisch nicht vorhanden, lediglich bei den Server-Systemen ist ein Virenschutz angebracht.


9. Kann man mit Linux auch spielen?
Natürlich ist es auch unter Linux möglich PC-Spiele zu spielen. Jede Linux-Distribution bringt schon eine ganz Menge einfacherer Spiele mit. Da allerdings die meisten PC-Spiele für Windows geschrieben werden, muss man häufig auf sogenannte Emulatoren zurückgreifen. Diese emulieren dann teilweise eine komplettes System oder aber nur wichtige Schnittstellen, mit deren Hilfe dann eine Windows-Software auch unter Linux funktionieren kann.


10. Kann Linux auf jeden PC installiert werden und wie geht das?
Linux kann so ziemlich auf jeden PC installiert werden. Probleme gibt es meist nur mit ganz neuer Hardware, weil es hier für noch keine oder wenige, passende Treiber gibt.

Ältere PC, auch solche mit wenig RAM und Festplattenspeicher, kommen dagegen, auf Grund der zahlreichen Distributionen, sehr gut mit Linux zurecht.
Da den gängigen Distributionen ein grafischer Installer beigefügt ist, ist das installieren, auch für Anfänger, kein allzu großes Problem, z.B. aus einer Live-CD heraus.


11. Kann man Linux auch neben Windows installieren?
Ja, dies nennt man dann Dual-Boot. Bei einem Dual-Boot-System, wird im Bootmenü, das zu startende Betriebssystem, aus einer Liste ausgewählt. Allerdings ist herbei zu beachten, dass ein Windows vor einem Linux installiert wird, da Windows, im Gegensatz zu Linux, andere Betriebssysteme „übersieht“ und den bestehenden Bootloader überschreibt.


12. Ich möchte nicht partitionieren, wie kann ich Linux sonst noch testen?
Von der schon erwähnten Live-CD mal abgesehen, gibt es noch die Möglichkeit Linux mit Hilfe einer Virtuelle Maschine (VM), als Gastsystem unter Windows zu betreiben.
Für Ubuntu gibt es dann noch WUBI. Mit Wubi wird eine virtuelle Festplatte erzeugt in der dann Ubuntu installiert werden kann, ohne Windows zu verändern.
https://de.wikipedia.org/wiki/Virtuelle_Maschine


13. Gibt es schon mit Linux vorkonfigurierte Rechner?
Wenige, aber es gibt sie.
Die Firma Dell z.B. bietet seit Mai 2007 Notebooks und PC mit installierten Ubuntu an. Zur Zeit (Stand Aug. 08) wird die Version 8.04 ‘Hardy Heron‘ installiert.
Aber auch andere, meist kleinere Firmen, bieten Linux-Rechner an.


14. Was sind KDE, Gnome und Xfce?
KDE und Gnome sind wohl die bekanntesten Arbeitsoberflächen (Desktop) unter Linux. Daneben gibt es noch den Xfce-Desktop. Der Xfce-Desktop, ist aus dem weniger bekannten und kaum noch eingesetzten, proprietären, CDE-Desktop, entwickelt worden. Diese unterschiedlichen Desktops beinhalten, teilweise, unterschiedliche Programme und haben auch unterschiedlichen Ressourcenbedarf.